FISAT Sicherheitsinformation vom 7.12.2009

Mai 28th, 2010 von admin

Gefahr der mechanischen Seilbeschädigung/Seildurchtrennung
Beim Einsatz der Seilzugangstechnik werden dehnungsarme Kernmantelseile
entsprechend der Norm EN 1891 Typ A eingesetzt. Diese Seile in Kernmantel-
Konstruktion sind im Regelfall aus Polyamid hergestellt und verfügen über eine hohe
mechanische Belastbarkeit. Bei der SZT werden aus Sicherheitsgründen immer zwei
Seile eingesetzt um die Redundanz zu gewährleisten, d.h. das Versagen von einen
Seil führt nicht zum Absturz.
In der Praxis kann auf Grund der örtlichen Gegebenheiten die Gefahr der
mechanischen Beschädigung der eingesetzten Kernmantelseile bestehen, es ist
zwingend erforderlich dies in der spezifischen Gefährdungsermittlung zu
berücksichtigen und geeignete Schutzmassnahmen zu gewährleisten.
Der FISAT hat von folgenden sicherheitsrelevanten Vorfällen in Verbindung mit
mechanischer Beschädigung der eingesetzten Kernmantelseile Kenntnis erhalten:
1. Durchtrennung Tragseil
Vertikaler Zugang über Kante/ textiler Seilschutz/ seitliche Bewegung/ Seilschutz +
Tragseil durchtrennt/ Last im Sicherungssystem / keine Verletzungen/ gleicher Vorfall
wiederholt sich ein Jahr später
2. Durchtrennung Tragseil
Vertikaler Zugang über Kante/ textiler Seilschutz/ seitliche Bewegung/ Seilschutz +
Tragseil durchtrennt/ Sturz ins Sicherungssystem (langer Falldämpfer/ Seildehnung)/
keine Verletzungen
3. Durchtrennung Tragseil (Bericht von IRATA)
Vertikaler Zugang über Kante/ textiler Seilschutz/ seitliche Bewegung/ Seilschutz +
Tragseil durchtrennt/ Sturz ins Sicherungssystem (Shunt/ Seildehnung)/
Verletzungen(leicht), Person schlug in Glasdach ein/ nicht geeignetes
Sicherungsgerät

4. Durchtrennung Tragseil + Sicherungsseil
Vertikaler Zugang über Kante/ textiler Seilschutz/ Trag- und Sicherungsseil im
gleichen Seilschutz/ seitliche Bewegung/ Seilschutz + Tragseil durchtrennt/ Last im
Sicherungsseil/ Sicherungsseil unter Last durchtrennt/ keine Verletzungen da
Bodennähe
Der FISAT empfiehlt die Beachtung folgender Massnahmen:
- Spezifische Gefährdungsermittlung für jeden Einsatz und Arbeitsort durch den
verantwortlichen Aufsichtführenden Höhenarbeiter
- Erkennen der Gefährdungen im Seilverlauf und festlegen geeigneter und wirksamer
Schutzmassnahmen
- für jede mechanische Gefährdung, d.h. scharfe oder rauhe Kante muss ein
geeigneter Seilschutz verwendet werden
- Geeigneten Seilschutz verwenden, d.h. Seilschutz muss auch unter Last und bei
scheuernden Bewegungen schützen
- Wenn die textilen Seilschützer nicht ausreichen sind andere Lösungen wie z.B.
Matten, Bleche oder Rollmodule einzusetzen
- Der Seilschutz ist für die gesamte Dauer der Arbeiten zu überwachen und es ist
sicherzustellen das auch bei Bewegung das Seil im Seilschutz bleibt
- Der Schutz von Trag- und Sicherungsseil sollte unabhängig erfolgen, d.h. jedes Seil
sollte über einen separaten Seilschutz verfügen

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